Im Gespräch mit Traurednerin Natalie Barfus

Auch wenn Natalie Barfus aus Lauterach mit der Ausbildung zur Freien Rednerin den schulischen Hintergrund hat, so ist es doch das Leben selbst, das die schönsten Geschichten schreibt. Und diese Geschichten entlockt sie dem Brautpaar mit Fingerspitzengefühl, damit eine besondere und persönliche Trauung garantiert ist.

Wie hast du die freie Trauung entdeckt?
Vor einigen Jahren durfte ich Trauzeugin bei der Hochzeit einer meiner besten Freundinnen sein. Sie war schon mal verheiratet und ihr Bräutigam war aus der Kirche ausgetreten. Nach langer Suche haben wir eine Lösung für eine wunderschöne, persönliche Zeremonie gefunden: eine freie Trauung. Diese Möglichkeit faszinierte mich so sehr, dass ich umgehend die Ausbildung zur freien Rednerin in Köln gestartet habe. 

Was liebst du an der Hochzeitsbranche?
Ich selbst kann mich an jedes einzelne Detail meiner Trauung erinnern, obwohl diese schon Jahre her ist. Die Möglichkeit, einen so wichtigen Tag zweier Menschen mitgestalten zu dürfen, erfüllt mich mit unglaublicher Ehre und Freude. Und gerade weil ich mir dieser Verantwortung bewusst bin, verspreche ich, mein Bestes zu geben – das motiviert mich immer wieder aufs Neue! 

Wie hast du selbst geheiratet?
Ich habe kirchlich geheiratet – in der Kapelle des Klosters Mehrerau. Mein Mann war wie ich schrecklich nervös, aber ich kann mich noch heute an seinen liebevollen Blick erinnern, als ich ihm entgegenging. Der Pater, der uns traute, war ein guter Freund der Familie und baute sehr viel Persönliches in die Trauung ein. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie er durch kleine Scherze eine lockere Atmosphäre schuf.

Warum sind freie Trauungen im Trend?
Die Zeiten haben sich einfach geändert! Immer mehr Paare entscheiden sich für eine freie Trauung, weil sie bei der Zeremonie sie selbst sein wollen. Jeder hat seinen Auftrag: der Standesbeamte das Gesetz, der Pfarrer den lieben Gott. Aber bei einer freien Trauung gibt es nur einen Auftraggeber: das Brautpaar selbst. Nur wenn das Paar den Rahmen der Trauungszeremonie ganz persönlich gestalten kann und sich für nichts und niemanden verbiegen oder verstellen muss, fühlt es sich für sie richtig an. Dann wird es eine Zeremonie, die echt und wahr ist – genau wie ihre Liebe selbst. Es braucht heutzutage einfach keinen steifen, strengen Rahmen mehr, denn bei einer freien Trauung ist alles erlaubt, was das Brautpaar sich wünscht. Die Vielfalt, die durch diese Freiheit entsteht, ist wirklich beeindruckend. So ist jede einzelne Trauungszeremonie etwas ganz Besonderes – natürlich auch für mich!

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Interview vom Juli 2021