Im Gespräch mit Traurednerin Natalie Barfus

Wie hast du die freie Trauung entdeckt?
2017 durfte ich Trauzeugin bei der Hochzeit einer meiner besten Freundinnen sein. Sie war schon mal verheiratet und ihr Bräutigam war aus der Kirche ausgetreten. Nach langer Suche haben wir eine Lösung für eine wunderschöne, persönliche Zeremonie gefunden: eine freie Trauung. Diese Möglichkeit faszinierte mich so sehr, dass ich umgehend die Ausbildung zur Freien Rednerin in Köln gestartet habe.  

Was liebst du an der Hochzeitsbranche?
Ich selbst kann mich an jedes einzelne Detail meiner Trauung erinnern, obwohl diese schon Jahre her ist. Die Möglichkeit, einen so wichtigen Tag zweier Menschen mitgestalten zu dürfen, erfüllt mich mit unglaublicher Ehre und Freude. Und gerade weil ich mir dieser Verantwortung bewusst bin, verspreche ich, mein Bestes zu geben – das motiviert mich immer wieder aufs Neue!

Wie hast du selbst geheiratet? 
Ich habe kirchlich geheiratet – in der Kapelle des Klosters Mehrerau. Mein Mann war wie ich schrecklich nervös, aber ich kann mich noch heute an seinen liebevollen Blick erinnern, als ich ihm entgegenging. Der Pater, der uns traute, war ein guter Freund der Familie und baute sehr viel Persönliches in die Trauung ein. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie er durch kleine Scherze eine lockere Atmosphäre schuf.

Warum sind freie Trauungen im Trend?
Die Zeiten haben sich einfach geändert! Immer mehr Paare entscheiden sich für eine freie Trauung, weil sie sie selbst sein wollen. Jeder hat seinen Auftrag: der Standesbeamte das Gesetz, der Pfarrer den lieben Gott. Aber bei einer freien Trauung gibt es nur einen Auftraggeber: das Paar selbst. Nur wenn das Hochzeitspaar den Rahmen der Trauung ganz persönlich gestalten kann und sich nicht verbiegen oder verstellen muss, fühlt es sich für sie richtig an. Dann wird es eine Zeremonie, die echt ist – genau wie ihre Liebe selbst. Es braucht heutzutage keinen steifen, strengen Rahmen mehr, denn bei einer freien Trauung ist alles erlaubt. Die Vielfalt, die dadurch entsteht, ist absolut beeindruckend. So ist jede einzelne Trauung etwas ganz Besonderes – natürlich auch für mich!

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Interview vom Juni 2019