6 Tipps für eine nachhaltige Hochzeit

Keine Sorge, dies wird keine Ansammlung von Vorwürfen, die euch für jeden Aspekt eurer Hochzeit den damit verbunden CO2-Ausstoß vorrechnet. Schon die Tatsache, dass ihr hier seid, zeigt, dass euch das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Das finden wir gut und möchten euch mit diesen 6 Tipps verraten, wie ihr eure Hochzeit grüner machen könnt, ohne dafür das Farbkonzept zu ändern.

6 Tipps für eine nachhaltige Hochzeit

1. Nachhaltige Hochzeitslocation

Wir sind die Ersten, die euch sagen, dass ihr unbedingt an dem Ort heiraten sollt, den ihr euch wünscht und der am besten zu euch passt. Doch für den Fall, dass ihr die Wahl zwischen mehreren Locations habt, lohnt sich vielleicht ein Blick auf die Gästeliste, um abzugleichen, wo eure Gäste die kürzeste Anreise haben.

Auch die Art der Location kann Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit eures Festes haben. Eine Hochzeitsfeier im Wald oder auf einer großen Blumenwiese klingt zwar nach Einklang mit der Natur, doch die Anschaffung und der Abtransport des gesamten Equipments lassen diese Fassade schnell bröckeln.

Eine empfehlenswerte Alternative sind Bio-Hotels, Bio-Höfe oder Bio-Restaurants, die als Hochzeitslocations gemietet werden können. Doch nicht aufgeben, wenn keines davon in eurer Nähe ist, auch viele Hochzeitslocations, die kein „Bio“ im Namen tragen, legen Wert auf Nachhaltigkeit. Daher lohnt es sich häufig, vorab etwas zu recherchieren oder einfach direkt bei der Wunsch-Location nachzufragen.


6 Tipps für eine nachhaltige Hochzeit

2. Shuttle-Service

Bei den meisten Hochzeiten finden Trauung und Hochzeitsfeier an zwei verschiedenen Orten statt. So sehr der Autokorso zwischen den beiden Locations Spaß macht, er bringt auch zwei Nachteile mit sich: zum einen die Abgase der vielen Fahrzeuge und zum anderen die lästige Frage nach Fahrerin oder Fahrer. Beides löst ihr, indem ihr euren Gästen einen Shuttle-Service zur Verfügung stellt.

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Aus der Inspiration "The Hunt is over" © Eva Sutter & Matthias Rhomberg

3. Nachhaltiges Hochzeitsmenü

Ähnlich wie bei den oben empfohlenen Bio-Hotels, -Höfen und -Restaurants könnt ihr auch bei Catering-Anbietern darauf achten, dass sie Wert auf Nachhaltigkeit legen. Wenn beim Essen und bei den Getränken auf regionale Produkte zurückgegriffen wird, ist schon viel getan. Außerdem kann das Menü aus zwei vegetarischen Gerichten und nur einem Fleischgericht bestehen.

Falls ihr noch auf der Suche nach einer Location seid, schnappt euch doch einfach eure Familien, Trauzeugen oder Freundinnen und nutzt die Recherche als Alibi, um in all euren Wunschlokalen testessen zu gehen. So könnt ihr schon vorab Qualität und Atmosphäre kennenlernen und vielleicht schafft ihr es sogar, Onkel Helmut und seine angebliche Tofu-Allergie davon zu überzeugen, mal etwas Neues zu probieren.

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4. Umweltfreundliche Hochzeitspapeterie

Von den Save-the-Date-Karten über die Einladungen bis zu den Tisch- und Menükarten – bei einer Hochzeit kommt einiges an Drucksorten zusammen. Wenn ihr eure Idee einer nachhaltigen Hochzeit wortwörtlich auf Papier bringen wollt, dann achtet darauf, welche Art von Papier es ist. Die Zeiten, in denen umweltfreundliches Papier wie mit einem Nudelholz bearbeiteter Pappkarton aussah, sind glücklicherweise längst vorbei. Es gibt mittlerweile exzellente Umweltpapiere, die bei Optik und Haptik locker mit gewöhnlichen Papieren mithalten können.

Bei der Auswahl könnt ihr einfach nach dem EU-Ecolabel oder dem blauen Engel Ausschau halten. Noch einen Schritt weiter geht ihr mit FSC-zertifiziertem Papier. Dieses garantiert, dass das Papier aus Forstbetrieben mit nachhaltiger Bewirtschaftung stammt.

Doch natürlich hilft auch das beste Papier wenig, wenn es anschließend mit Heißfolie geprägt oder mit verschiedenen Lacken „veredelt“ wird. Das muss zum Glück nicht sein, denn häufig wirken minimalistische Designs viel nobler und anmutiger. Ein Designer oder eine Designerin helfen euch bestimmt gerne dabei, das richtige Papier und den richtigen Look zu finden.

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5. Natürliche Bio-Deko

Im Anschluss an manche Hochzeitsfeiern lässt sich etwas beobachten, was an schwarze Löcher im Weltraum erinnert: Mitarbeitende gehen von Tisch zu Tisch und tragen dabei große schwarze Plastiktüten mit sich, die alles verschlingen, was ihnen zu nahe kommt. Da wandern die Papierteller vom Kuchenbuffet gemeinsam mit den zurückgelassenen Seifenblasen-Röhrchen und den laminierten Tischkärtchen alle gemeinsam in den dunklen Schlund.

Daher unser Tipp: Setzt bei der Dekoration auf natürliche Materialien. Statt alle Gäste mit den obligatorischen Seifenblasen-Plastikröhrchen auszustatten, lasst ihnen lieber kleine Papiertüten mit getrockneten Blütenblättern zum Streuen in die Hände geben. Sprecht mit euren Floristen darüber, wie sich die Blumendeko mit saisonalen, regionalen und vielleicht sogar lebendigen Blumen umsetzen lässt. Letztere können auch gleich als Gastgeschenke dienen.

6 Tipps für eine nachhaltige Hochzeit
Aus der Inspiration "Autumn Vibes" © Doris Hölzel Photography

6. Recycelte Eheringe

Okay, zugegeben: Das Wort „recycelt“ strömt nicht sonderlich viel Romantik aus. Doch die Idee dahinter tut es. Statt euch neue Eheringe zu kaufen, lasst ihr alten Schmuck, der nicht mehr getragen wird, einschmelzen und neue Ringe daraus machen. Das könnten zum Beispiel Ohrringe oder Ketten sein, die ihr als Kinder geschenkt bekommen habt, oder ihr fragt eure Großeltern, ob sie noch Schmuck haben, den sie nicht mehr tragen. So verleiht ihr euren Eheringen zusätzlichen symbolischen Wert. Falls es keinen alten Schmuck gibt, den ihr für diesen Zweck nutzen könnt, achtet darauf, Ringe aus fair gehandeltem Gold zu kaufen. Viele Goldschmieden und Juweliergeschäfte können euch dabei unterstützen.

6 Tipps für eine nachhaltige Hochzeit

Die Welt retten

Zuletzt noch ein kleiner Disclaimer: Selbst wenn ihr all diese Tipps befolgt, wird es wohl keine perfekt nachhaltige Hochzeit werden. Spätestens wenn die erste Champagner-Flasche geöffnet wird oder ihr euch fragt, warum die Kaffeebohnen nicht aus regionalem Anbau stammen, wird klar, dass ihr mit einer Hochzeit wahrscheinlich nicht die Welt retten werdet. Doch das müsst ihr auch nicht. Es geht bei eurer Hochzeit nicht um die Weltrettung, sondern um euch. Es ist gut, dass ihr ethische und ökologische Entscheidungen trefft, und vielleicht inspiriert ihr damit ja auch andere Paare dazu, das Gleiche zu tun. Genießt euren Tag. Die Welt könnt ihr auch noch nach den Flitterwochen retten.

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19. April 2021

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