Im Gespräch mit Schneidermeister Stefan Wimmer

Wie bist du zu deinem Beruf gekommen?
Ich bin in der Schneiderei meiner Eltern quasi aufgewachsen. Die Liebe zu diesem besonderen Handwerk haben sie mir schon als Kind mitgegeben. Meine Frau Monika und ich haben den Betrieb mit 25 bzw. 27 Jahren von meinen Eltern übernommen. Wir führen die Schneiderei nun in der 9. Generation. Man könnte also fast sagen: Es liegt in den Genen.

Was gefällt dir an der Hochzeitsbranche?
Es ist eine wunderbare Aufgabe, ein Teil einer Hochzeit zu sein. Die Paare kommen mit gewissen Vorstellungen zu uns und wir wählen gemeinsam das Outfit aus – von den Stoffen und Schnitten bis hin zu den Knöpfen. Der schönste Moment ist die finale Anprobe: das perfekt aufeinander abgestimmte Brautpaar, die strahlenden Gesichter, die Vorfreude.

Welche Trends erkennst du aktuell?
Wir merken einen klaren Trend zur Qualität. Man gibt gerne etwas mehr für ein hochwertiges Brautdirndl aus. Man möchte es aber auch zu späteren Gelegenheiten tragen können. Gerade bei einem Brautdirndl ist das gut möglich. Mit hellen Erd- oder Rosètönen bleibt es sehr neutral. Für die Hochzeit wählt man eine Schürze aus cremeweißem Seiden- Organza oder Seidentaft und für weitere Anlässe kombiniert man eine Zweitschürze in einem kräftigeren Farbton.

Wie hast du selbst geheiratet?
Meine Frau und ich haben vor 34 Jahren „modern“ geheiratet. Heute würden wir uns auf jeden Fall für die Tracht entscheiden. Unsere Tochter hat bei ihrer Hochzeit vor sechs Jahren einen bodenlanges, weißes Seidendirndl gewählt und ihr Mann einen Trachten-Gehrock aus feinem Wollstoff. Trachtenhochzeiten sind etwas Besonderes. Durch die vielen fröhlichen Farben gewinnt das Fest an Freude und Herzlichkeit.


•••
Interview vom Juni 2020